Kennen Sie das? Sie sind ganz schrecklich müde, aber gleichzeitig so begeistert, dass Sie mit offenem Buchdeckel dastehen und im Regal ein bisschen vor sich hin hüpfen. Sie hüpfen üblicherweise nicht im Regal? Da haben Sie aber was verpasst. Ich bin für einige Tage nach Frankfurt gereist – zur Buchmesse. Ich liebe dieses Wort. Es hört sich wichtig an. Und geschäftig. (Nun gut, eigentlich mag ich alle Wörter, in denen „Buch“ vorkommt. Aber „Buchmesse“ hat dieses besondere Flair, gell? ) Ich habe selten in meinem Leben eine so große Party erlebt – mit unendlich faszinierender Literatur aus aller Welt. Alle Genres, alle Formate, alle Papiersorten. Und gleichzeitig so viele von euch entzückenden Menschenwesen. Durchweg sympathische Menschenwesen, die uns wahnsinnig gern haben. So gern haben, dass sie uns am liebsten alle mitnehmen wollen. (Und uns netterweise stundenlang in schweren Taschen kilometerweit über das Gelände tragen, damit auch wir was von der Messe sehen. Geübte Besucher kommen auch gleich mit dem praktischen Rollkoffer ...)
Ich möchte Ihnen auch von der ersten Nacht erzählen. Sie brauchen gar nicht so zu gucken … Ich konnte kaum schlafen in dieser riesigen Halle, überall wurde geflüstert und diskutiert. Was spannend ist: Das schön gemachte Buch kommt zurück! Mehr denn je. Richtig dicke Wälzer mit großformatigen Bildern, aufwendig verarbeitet. Die Kollegen haben mir erzählt, dass die Leute bereit sind, hohe Preise für sie zu bezahlen. Die Leute wollen solche Bücher. Nicht zum Lesen. Aber zum Gucken. Sie sind ein Statussymbol. Gerne in limitierter Auflage. Denn in einer Welt, in der man alles reproduzieren kann, drehen die Menschen die Uhren zurück. Es werden die schlechten alten Zeiten imitiert, die Zeiten in denen es keine Druckmaschinen gab. Fortschritt durch Rückschritt, nennt der Fachmann das.
Ich bin bis auf die letzte Seite beeindruckt, wie viele Autoren, Werke und Leser hier aufgeschlagen sind, aufgeschlagen wurden, oder aufgeschlagen haben. Ich hoffe sehr, dass sie alle das finden konnten, was sie suchten. Ich habe mich auf jeden Fall riesig gefreut, dass ich bei den „schönsten Büchern aus aller Welt“ für „Luxemburg“ vertreten war. Unter uns: Zwischenzeitlich war ich im Regal zwar auch unter „Lettland“ und „Litauen“ zu finden (bis mich eine aufmerksame Seele zurückstellte), aber kee Problem. Wir Bücher sind ja bekannt dafür, dass wir liebend gerne Grenzen überwinden und neue Horizonte öffnen …
Details zum Buch