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Interview über "Die geheimen Gärten Luxemburgs"

Interview mit Françoise Maas und Marianne Majerus anlässlich des Erscheinens von "Die geheimen Gärten Luxemburgs".

Liebe Frau Majerus, als international renommierte Garten- und Pflanzenfotografin haben Sie schon die Gärten vieler Länder im Bild festgehalten. Wie war im Vergleich dazu nun die Begegnung mit den Gärten Ihrer Heimat Luxemburg?

Seit meiner Kindheit habe ich einen starken Bezug zu den Landschaften des Großherzogtums und ihrer erstaunlichen Vielfalt. Ich habe die Gelegenheit, die luxemburgischen Gärten und ihre Einbettung in die jeweilige Landschaft studieren zu können, sehr geschätzt. Genau wie im Ausland sind in Luxemburg verschiedene Richtungen vertreten, wie Naturgärten, Staudengärten, Cottagegärten, Designer-Gärten, Sammlergärten usw. Zudem hat es mich natürlich außerordentlich gefreut, die Persönlichkeiten, die hinter den Gärten stehen, kennenlernen zu dürfen.

In die Geheimnisse der Luxemburger Gärten hat Sie die Textautorin Françoise Maas eingeweiht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, bei deren Resultat man den Eindruck hat, da haben sich eine Autorin und eine Fotografin gesucht und gefunden?

Ich habe Françoise vor ein paar Jahren durch ihren wunderschönen Garten kennengelernt und wir sind in Kontakt geblieben. Ich war sehr froh, dass sie bereit war, dieses Buch zu schreiben, da ich wusste, dass sie nicht in dem leider allzu üblichen, oberflächlichen Stil vieler Gartenbücher schreiben würde. Das Resultat spricht für sich: ein einmaliges Gedicht über die Gärten unseres Landes. Ich bin ihr sehr dankbar für ihre Arbeit und ihre Freundschaft.

Liebe Frau Maas, nach welchen Kriterien haben Sie die Gärten, die Sie schließlich mit Marianne Majerus besucht haben, ausgewählt? Das war ja sicherlich keine ganz leichte Aufgabe …

Wir haben gemeinsam, Marianne und ich, eine Liste interessanter Gärten zusammengestellt. Allerdings hatte ich schon im Vorfeld, als Mitglied von Gartengesellschaften, das Privileg, außergewöhnliche Gärten kennenzulernen. Ursprünglich war geplant, die Auswahl nicht über 30 Gärten auszudehnen. Wegen der Fülle des "Angebots" einigten wir uns schließlich auf 37; wir gaben uns schnell Rechenschaft, dass es unmöglich war, alle schönen Gärten in einem Band zu vereinigen. Ich selbst verzichtete beispielsweise schweren Herzens darauf, einige liebgewonnene Gärten von Verwandten und Freunden unterzubringen. Wir entschieden uns schließlich für eine repräsentative Auswahl: für alte und historische Gärten als Zeugen einer vergangenen Zeit; für zeitgenössische Gärten als Ausdruck moderner Ästhetik und Blick in die Zukunft; für formale Gärten und solche, in denen der Fantasie freier Lauf gelassen wurde; für Staudengärten und Rosengärten, für Sammlergärten und für kleinere Gärten in Stadt und Land. Alle jedoch sollten eines gemeinsam haben: Sie sollten dem Leser eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration bieten; daher auch die vielen botanischen Namen. Ich hoffe, dass dieses Buch gleichzeitig als Anregung und Ermutigung verstanden wird.

Aus jedem Ihrer nahezu poetischen Texte liest man eine tiefe Zuneigung zu Gärten und Pflanzen heraus. Woher kommt diese liebevolle Verbundenheit mit der Gärtnerei?

Zum einen bin ich in den Gärten meiner Familie aufgewachsen, andererseits lebe ich seit jeher mit und in der Natur, von der die Gärten eine Teilmenge sind. Unser alter Pfarrgarten hat mich nach und nach in seinen Bann gezogen. Darüber hinaus sind Gärten privilegierte Orte des aktiven Natur- und Vogelschutzes. Schließlich hat die intensive Beschäftigung mit bildender Kunst mich dazu gebracht, den Garten auch als eigenständiges Kunstwerk zu betrachten.

Frau Majerus, Frau Maas, ohne leidenschaftliche Gärtner würde es dieses Buch nicht geben. Wie war die Zusammenarbeit mit den Besitzern, die Ihnen ja Zutritt in ihre privaten Reiche gewährt haben?

Marianne Majerus: Gärtner sind allgemein liebe Leute und ein wunderbarer Aspekt meiner Arbeit ist, dass ich vielen von ihnen begegne. Auch in Luxemburg haben die Gärtner uns großzügig ihre Pforten geöffnet und uns in ihre Welten eingeführt, eine jede ein privilegiertes Erlebnis. Françoise Maas: Ich bin den Besitzern zu tiefstem Dank verpflichtet. Überall wurden wir freundlich aufgenommen. Unseren Gastgebern war keine Stunde zu früh oder zu spät, sie öffneten uns ihre Gärten und ließen uns an ihrem Leben teilnehmen. Bei vielen war ihr botanisches Wissen beeindruckend, vor allem aber wirkte ihre Begeisterung ansteckend, so dass ich mich jedes Mal beschenkt fühlte.

Frau Majerus, soeben sind Sie zum zweiten Mal zum "International Garden Photographer of the Year", diesmal in der Kategorie "Garden Views", gekürt worden. Hat Luxemburg derart inspirierend auf Ihre Arbeit gewirkt?

Beide Fotos sind aus Luxemburg, entstanden aber schon vor diesem Projekt. Es stimmt, dass Luxemburg mich speziell inspiriert, meine Empfindsamkeit für die Natur wurde hier während meiner Kindheit und Jugend geprägt.

Details zum Buch

Die geheimen Gärten Luxemburgs

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