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Nikolaus Hein

Nikolaus Hein, geboren am 17.06.1889 in Ehnen und verstorben am 07.10.1969 in Luxemburg-Eich, verbrachte als Sohn eines Winzers seine Kindheit in Ehnen. Nach dem Abitur 1908 im Athenäum studierte er ein Jahr in München und zwei Jahre an der Sorbonne in Paris Germanistik, Altphilologie und Geschichte. Zurück in Luxemburg unterrichtete er unter anderem an der Industrie- und Handelsschule sowie am Athenäum. Außerdem war er Hoflehrer des Erbprinzen Johann. In den Jahren 1918 bis 1965 arbeitete Hein als Übersetzer und Schriftleiter des Kammergerichts.

Nikolaus Hein debütierte 1917 als expressionistischer Lyriker mit dem Gedichtband „Lichter und Funken. Mit der ein Jahr später erschienenen Erzählung „Heimkehr wandte sich Nikolaus Hein der Heimatkunstbewegung zu. So leitete er die nationale Identität von einem in der Naturlandschaft begründeten Heimatgefühl her. Vor allem die Mosellandschaft bestimmte den literarischen Kosmos seiner Gedichte und impressionistischen Prosaminiaturen. Der posthum erschienene und unabgeschlossene Roman „Gertrud (1999) und das Fragment „Der Scheiterhaufen (1969) vervollständigten Nikolaus Heins Projekt, die Chronik des Dorfes Ehnen von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert zu schreiben. Zum thematischen Moselrepertoire Nikolaus Heins gehörte auch der Winzerberuf, den er in zahlreichen Gedichten („Beim Rebenbinden, „Der Winzer) besang.

In der Erzählung „Der Verräter erinnerte Nikolaus Hein an die Geschichte der revolutionären Umbrüche von 1831. Er versuchte darin, die Genese Luxemburgs in ihren politischen und sozialen Prozessen anhand eines Einzelschicksals in einem kleinen Dorf aufzuzeigen. Das historische Zeitgemälde wurde 1947 mit dem luxemburgischen Prix de littérature ausgezeichnet. 1989 wurde es anlässlich des 150. Jahrestages der luxemburgischen Unabhängigkeit von Marc Olinger verfilmt („De falschen Hond“). Im Todesjahr erschien sein Nachlassband Unterwegs mit zahlreichen Texten, die Nikolaus Hein zuvor verstreut in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht hatte, u. a. in „Nouvelle Revue luxembourgeoise-Academia“, „Les Cahiers luxembourgeois“, „Zeitung für kleine Leute“, „Luxemburger Wort oder Heimat und Mission“. 1962 gehörte er zu den ersten Mitgliedern des Institut grand-ducal, Section des arts et des lettres. Sein Schwiegersohn Joseph Groben gab posthum die Texte „kleines Vermächtnis“ und „Gertrud“ heraus.

Aus http://www.autorenlexikon.lu/page/author/154/1542/DEU/index.html (22.09.2016)


Erschienen bei Editions Guy Binsfeld

Als flösse die Mosel mitten durch sein Herz

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